25/01/2022 14:26:35

Reitkunst?

Kunst und Pferde?

Sitze ich mit einem Pinsel bewaffnet auf dem Pferd?
Male ich Bilder in den Sand durch meine Hufschlagfiguren?
Oder ist das schon zu weit gedacht und am Ende hat die Reitkunst überhaupt nichts mit Pferden zu tun?

Was ist denn nun diese Kunst in dem Wort Reitkunst? 
Wenn man das Bent Branderup, den Urvater der Reitkunst fragt, bekommt man vermutlich folgende Antwort:

 

„Riding is only art, when two spirits want to do, what two bodies can.“

 

Was meint er damit? 


Für mich macht dieser Satz mittlerweile so viel Sinn, dass ich überlegen muss
wie ich ihn am besten „übersetze“ für jemanden für den Reitkunst noch ein Fremdwort ist.
Wenn ich unsere (Smokey & meine) Reise in die Reitkunst denke, dann fällt es mir etwas leichter
den Satz verständlicher zu machen:
Oft limitieren wir unsere Pferde auf das, wofür wir sie gekauft haben.
Und ich denke, dass Smokey dieses Schicksal mehrmals erfahren musste. Ich glaube, dass er
schon so einiges „sein sollte“. Therapiepferd, Turnierpferd oder Kinderspaßpony
könnte ich mir vorstellen, wenn ich mir die Liste seiner Vorbesitzer anschaue.
Auch mir persönlich fällt es manchmal schwer immer wertfrei & ohne Erwartungen an
unsere gemeinsamen Stunden heranzugehen. Aber genau dann, wenn wir das gemeinsame
Sein genießen, wenn wir in Harmonie lernen und förmlich durch den Sand tanzen, dann
fühlt es sich erst vollkommen an. Wenn wir das Reiten oder die Bodenarbeit nur auf das limitieren
was wir erreichen wollen, erreichen wir entweder nichts oder sehr viel Frust.
Es ist also wichtig zu schauen was wir gemeinsam schaffen: Was versteht unser Geist?
Was kann unser Körper umsetzen? Wie schaffen wir das gemeinsam?

 

Und wo bleibt jetzt die Kunst?

Für mich ist es einerseits eine Kunst allein das alles umzusetzen ;-) und anderseits
sieht es wirklich schön, harmonisch und fast kunstvoll aus, wenn es klappt
und du mit deinem Pony im Flow sein kannst!

 

Wie gehen wir das jetzt praktisch an?

Dazu empfehle ich euch den Einsatz eurer Suchmaschine:
Schaut mal z.B. mal vorbei bei Bent Branderup, Hanna Engström, Ylvie Fros,
Ralf & Mareike Frehse, Anna Eichinger oder Christopher Dalgren…
nur um ein paar wenige zu nennen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es auf jeden Fall Sinn macht ein/e
ReitlehrerIn vor Ort oder zumindest als Live-Online-Session an der Hand zu haben.
Denn so manches Mal habe ich mich in der Longe mehr verknotet als in meinem
letzten Disco-Fox-Auffrischkurs.
Ich finde die Mischung aus Emotionen, Intuition und praktischem Handwerkszeug
wunderschön. Ich mag es, dass ich meinem Pony wirklich alles bis zur hohen Schule
vom Boden aus erklären kann. Gerade bei Smokey und mir macht das absolut Sinn.
Wir beide sind manchmal eine explosive Mischung aus Übermut und Unsicherheit.

 

Wo steht ihr jetzt?

Smokey und ich üben gerade verschiedene Positionen. Die meisten Pferdeleute
kennen wahrscheinlich 3 Positionen: In der Führposition, an der Longe oder auf dem Pferd.
In der akademischen Reitkunst werden diese Positionen mindestens noch ergänzt durch
die Bodenarbeitsposition (rückwärts vor dem Pferd), die Handarbeitsposition
(von innen oder außen geführt) und die Langzügelposition (am hinteren Ende des Pferdes).

Besonders wertvoll für uns ist aktuell das Kennenlernen der Arbeit
in der Handarbeitsposition. Hierbei geht es nicht nur darum,
dass Smokey meine Hilfen versteht, annimmt und bestenfalls auch umsetzt,
sondern es geht auch darum was ich fühle. Das gemeinsame Spiel aus
Infowahrnehmung und Infoweitergabe. Außerdem bin ich stolz, dass er mich
in dieser Position mittlerweile akzeptiert und ich meine Fragen stellen darf ohne, dass
bei ihm eine große rote Alarmglocke im Hirn anspringt.
Ich bin gespannt wohin uns unsere Reitkunstreise noch führen wird und wann wir
dann tatsächlich in Harmonie & Leichtigkeit reiten werden.

Ich werde euch davon berichten.

 

Bis dahin,
Namaste