03/02/2022 11:06:02

Ist das nicht ein langweiliges Thema?

Ja, eigentlich fand ich Statistiken immer eher langweilig.
Aber ist es nicht interessant welche Statistiken & Studien es in der Geburtshilfe gibt?

Die Studienergebnisse auf dem Cover habe ich in dem Buch „The Doula Book“
von Phyillis H. Klaus, Marshall H. Klaus und John. H. Kennel gefunden.

Und sie haben mich neugierig gemacht:
Kann das sein? Ist es so einfach? Können wir durch unsere Anwesenheit und
kontinuierliche Unterstützung so positiv zum Geburtsgeschehen beitragen?
Gibt es weitere Studien?

 

Meine Recherche begann

Bei meiner Recherche bin ich unter anderem auf einen Artikel auf der Website der ICEA
(International Childbirth Education Association) gestoßen.

Ich habe euch den o.g. Artikel ins Deutsche übersetzt.
Denn auch in diesem Artikel tauchen die Autoren des „Doula Books“ wieder auf.
Dr. Marshall Klaus und Dr. John Kennell waren gerade dabei die Wichtigkeit des
Mutter-Kind Bondings zu untersuchen als sie den Nutzen der kontinuierlichen
Unterstützung während der gesamten Geburtsdauer verifizieren konnten.
Seit 1980 erschienen hierzu mehrere Artikel der Autoren.

Die Cochrane Organisation* veröffentlichte 2003 ihre erste Literaturübersicht, in der die Vorteile der kontinuierlichen Geburtsunterstützung bestätigt wurden.
Diese Veröffentlichung wurde mehrmals aktualisiert (zuletzt 2013) und die Ergebnisse bleiben die gleichen:

Die Doula-Unterstützung bringt viele Vorteile und keine negativen Auswirkungen.

Um die Zusammenfassung zu zitieren:
„Die Überprüfung der Studien umfasste 23 Studien (22 lieferten Daten) aus 16 Ländern, an denen mehr als 15.000 Frauen in einer Vielzahl von Situationen und Umständen teilnahmen …. Frauen, die kontinuierliche Geburtsunterstützung erhielten, gebären eher „spontan“, d. h. ohne Kaiserschnitt, Vakuum oder Zange. Darüber hinaus verwendeten Frauen seltener Schmerzmittel, waren eher zufrieden und hatten etwas kürzere Wehen. Ihre Babys hatten mit geringerer Wahrscheinlichkeit niedrige Fünf-Minuten-Apgar-Werte. Es wurden keine Nebenwirkungen festgestellt.

Wir kommen zu dem Schluss, dass alle Frauen während der Wehen kontinuierlich unterstützt werden sollten. Kontinuierliche Unterstützung durch eine Person, die nur zur Unterstützung anwesend ist, kein Mitglied des sozialen Netzwerks der Frau ist, Erfahrung in der Geburtshilfe hat und zumindest eine bescheidene Ausbildung hat, erscheint am vorteilhaftesten.“

Das American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) hat neuerdings zwei Stellungnahmen des Ausschusses zur Unterstützung der Doula-Unterstützung während der Wehen veröffentlicht.
„Safe Prevention of the Primary Cesarean Delivery“, veröffentlicht im Jahr 2014, schlug die Doula-Betreuung als eine von vielen Möglichkeiten vor, um die Geburtenrate bei primären Kaiserschnitten zu senken. Unter Berufung auf Daten aus der oben erwähnten Cochrane-Metaanalyse stellten sie fest:


„Das Vorhandensein einer kontinuierlichen Eins-zu-eins-Unterstützung während der Wehen und der Entbindung war mit einer verbesserten Patientenzufriedenheit und einer statistisch signifikanten Verringerung der Kaiserschnittrate verbunden.
Da es keine damit verbundenen messbaren Schäden gibt, wird diese Ressource wahrscheinlich zu wenig genutzt.“

 

Mein Fazit ?

Als aktuelles Zwischenergebnis meiner Recherche der Studien, kann ich euch also sagen:
Es scheint tatsächlich „so einfach“ zu sein!

Wir können auch hier in Deutschland so viel für uns als Frauen erreichen, wenn wir uns gegenseitig – unabhängig
vom derzeitigen Zustand des Gesundheitssystem – während der Geburt kontinuierlich unterstützen.

Eine Möglichkeit, um das für deine Geburt sicherzustellen ist die Suche nach einer Doula an deiner Seite zu starten.

Vielleicht darf ich dich ein Stück begleiten?

Bis dahin,

Namaste