24/03/2022 10:35:40

Meine Doula

 

Bevor ich selbst Mama geworden bin, hatte ich das Wort „Doula“ vielleicht einmal am Rande gehört,
konnte mir darunter aber ehrlich gesagt nicht viel vorstellen.

Die Arbeit einer Hebamme jedoch war mir natürlich ein Begriff. 
Zum einen wollte ich selbst nach der Schule eine Hebammenausbildung starten, 
zum anderen hatte ich natürlich in meinem Arbeitsumfeld
als Kinderkrankenschwester der Frühchenintensivstation tagtäglich mit Hebammen zu tun. 

 

Meine Betreuung war gesichert, dachte ich…

Als ich im August 2021 von meiner Schwangerschaft erfahren hatte, 
war mir sofort klar, dass ich mein Baby zuhause zur Welt bringen wollte. 
Und auch hier suchte ich natürlich wieder den direkten Kontakt zu Hebammen. 
Ich hatte Glück und fand nach langer Suche die einzige Hebamme,
die in meinem Umkreis noch Hausgeburten begleitete. 

Für mich fühlte sich meine Betreuung als gesichert an. 
Ich hatte mich auf die Geburt vorbereitet, hatte alles Notwendige besorgt
und hatte zusätzlich zu meinem Partner noch eine 1:1 Betreuung durch meine Hebamme. 

Was soll noch schief gehen?

 

 

Plötzlich ohne Hebamme!

Im Leben hätte ich nicht daran gegelaubt, dass ich mich einige Zeit später in einem Krankenhaus & in einem Kreissaal wiederfinden würde. 
Und das zwar mit meinem Partner, aber immer wieder ohne Hebamme! 
Der Kreissaal war an diesem Tag überfüllt und mit zwei Hebammen unterbesetzt.
„Unsere“ Hebamme lernte ich erst kurz vor der Geburt kennen.
Sie war die Stationsleitung, 
Und ihre Kollegin war wohl erst seit kurzem examiniert.
Wir waren mit den Wehen allein & überfordert.
Eine sehr schlechte Kombination!

 

 

Wieder zuhause, in gewohnter Umgebung & mit gewohnter Hebamme

Als wir nach dem sehr stressigen Klinikaufenthalt zu dritt daheim ankamen, 
besuchte uns unsere Hebamme. Unsere wahre Hebamme…
…Die Hebamme, die eigentlich bei unserer Geburt dabei sein sollte…
…Zuhause…Obwohl sie sich wirklich bemühte, konnte sie uns durch ihre zeitlich begrenzten
Besuche nicht ausreichend zur Seite stehen. Sie untersuchte mich & unser Kind
und kümmerte sich um Stilltipps etc. 
Doch sie schien machtlos gegen die Auswirkungen unserer traumatischen Zeit
in der Klinik. 

Nach ein paar weiteren Besuchen machte sie mich schließlich auf eine Doula aufmerksam:
„Mona, ruf sie doch mal an, erzähl ihr deine Geschichte, vielleicht kann sie dir helfen. 
Ich habe sie bei einer „meiner“ Frauen erlebt. Sie ist wirklich sehr nett & scheint 
wirklich alles zu Geben für ihren Job.“

 

Der Erstkontakt zu meiner Doula

Am 15.06.21, also 11 Tage nach der Geburt meines Sohne schrieb ich folgenden Text:

“ Hallo. Mein Name ist Mona & ich bin bei Hebamme XY in Betreuung.
Es gibt eine weitere Frau in ihrer Betreuung & bei dieser sind sie wohl auch momentan.
So habe ich von ihnen erfahren. Ich würde mich über einen Anruf und ein kurzes Gespräch
sehr freuen. Ich habe bereits am 04.06. etwas dramatisch entbunden & würde mich über 
Betreuung sehr freuen.“

 

Schon 30 Minuten später bekam ich dann diese Nachricht:

„Hall Mona. Ich könnte jetzt oder morgen Nachmittag telefonieren.
Was passt ihnen/dir? Haben sie/hast du Festnetz? 
M.f.G. Noluenne“

Vielleicht sollte man wissen, dass Noluenne selbst Mama von 3 Kindern ist &
es zu diesem Zeitpunkt schon 21:45Uhr war.

Wir telefonierten & ich überumpelte sie warscheinlich direkt etwas. 
Mit dem Ausmaß unserer Erlebnisse hatte sie wohl nicht gerechnet. 

 

Unser erstes Treffen

Schon 2 Tage später stand sie vor meiner Tür, barfuß & im Sommerkleidchen.
Ich war sofort hin & weg von ihr!

Wir besprachen nochmal meine Geschichte & Noluenne erzählte mir ihre Ideen.
Wir waren direkt auf einer Wellenlänge & mir war klar, dass unsere gemeinsame
Reise gerade erst angefangen hatte. 
Wir einigten uns auf das Datum & Thema unseres nächsten Treffens & 
verabschiedeten uns herzlich.

 

Unsere gemeinsame Reise

Wir verbrachten insgesamt 7  Termine miteinander. 
Anfangs hatten wir beide nur eine grobe Idee welche Themen
wir generell gerne gemeinsam angehen würden.
Vor jeder neuen Verabredung haben wir konkreter festgelegt was wir vorhaben.

Mit Noluennes Hilfe konnte ich damit Frieden finden, abstillen zu müssen.
Sie hat mir ein wundervolles Bonding Bad bereitet.
Wir haben gemeinsam begonnen ein Fotoalbum für meinen Sohn zu gestalten
& ich bekam immer wieder geniale Rebozomassagen.

 

Liebe Noluenne

Von Anfang an habe ich mich bei dir in guten Händen gefühlt. 

Du hast mir Vorschläge gemacht ohne mich zu überzeugen.

Du hast mir zugehört ohne zu bewerten.

Du hast mir Halt gegeben & gleichzeitig meine Selbstwirksamkeit bestäkt. 

Durch dich konnte ich wieder durchatmen & beginnen zu heilen!

Ich danke dir von Herzen!!!

Durch dich durfte ich erfahren was die Hingabe einer einzelnen Frau bewirken kann. 

 

Namaste,